Die Application User Model ID (AUMID) ist der Bezeichner, mit dem Windows eine UWP-App erkennt – und du brauchst sie immer dann, wenn du eine App programmatisch starten, sie über Intune an das Startmenü anheften, sie in AppLocker adressieren oder eine Toast-Benachrichtigung von der richtigen „Besitzer“-Anwendung anzeigen möchtest. Die Herausforderung: Die AUMID ist in der Oberfläche nur selten sichtbar, unterscheidet sich zwischen vom OEM installierten Apps und neu veröffentlichten Store-Apps und kann sich nach einem Upgrade ändern. Dieser Beitrag dokumentiert die drei zuverlässigen Wege, mit denen ich AUMIDs im Produktivbetrieb ermittle, sowie deren Einsatz in Intune-Zuweisungen.
Die AUMID ist eine ID, die jeder auf einem Gerät installierten Anwendung zugewiesen wird. Sie wird z. B. im Kiosk-Modus mit mehreren Apps verwendet, um Apps auszuwählen. Welche Möglichkeiten es gibt, an diese AUMID zu kommen, möchte ich dir in diesem Blog erklären.
Bevor wir die einzelnen Wege durchgehen, lohnt sich ein kurzer Blick darauf, was die AUMID eigentlich darstellt. Bei paketierten Apps (UWP/MSIX) setzt sich die AUMID aus dem Package Family Name und der im App-Manifest deklarierten Anwendungs-ID zusammen, getrennt durch ein Ausrufezeichen – zum Beispiel Microsoft.WindowsCalculator_8wekyb3d8bbwe!App. Bei klassischen Desktop-Anwendungen ist der Wert dagegen meist ein relativer Pfad zur Verknüpfung der App. Weil sich das Format je nach App-Typ unterscheidet, ist Kopieren statt Raten der einzige sichere Weg, sobald du eine Intune-Richtlinie schreibst.
Inhaltsverzeichnis
Möglichkeit 1
Drücke WIN + R, um den Ausführen-Dialog zu öffnen. Gib den folgenden Befehl ein und klicke auf OK:
shell:Appsfolder
Es öffnet sich ein Ordner, in dem sich alle Anwendungen befinden. Diese Ansicht ist der einsteigerfreundlichste Weg, eine AUMID abzulesen, weil sie jede startbare App auflistet – auch OEM-Apps, die in der normalen Startmenü-Suche nie auftauchen.

Drücke F10 und klicke auf Ansicht -> Details auswählen

- Wähle AppUserModelId aus und klicke auf OK

- Ändere die Ansicht auf Details

Geschafft. Hier kannst du die AUMID sehen. Klicke einfach mit der rechten Maustaste auf den Spaltenwert und kopiere ihn – genau diese Zeichenfolge fügst du später in deine Richtlinie ein.

Möglichkeit 2
Öffne eine PowerShell und gib den folgenden Befehl ein:
get-StartApps
Das ist meine bevorzugte Methode beim Scripting, weil die Ausgabe bereits ein sauberes Objekt ist. Wenn du nur eine einzige AUMID brauchst, leite das Ergebnis durch einen Filter wie Get-StartApps | Where-Object Name -match 'Calculator' – schon erhältst du das passende Name- und AppID-Paar, ohne durch die komplette Liste zu scrollen.

Möglichkeit 3
Öffne den Registrierungs-Editor. Drücke WIN + R, gib regedit ein und klicke auf OK. Der Weg über die Registry ist dann nützlich, wenn eine App partout nicht im Apps-Ordner auftaucht, denn die zugrunde liegenden Pakete werden hier immer hinterlegt – selbst bei quergeladenen MSIX-Bundles.

Navigiere zu HKEY_CURRENT_USER\Software\Classes\ActivatableClasses\Package

Auch hier können wir alle AUMIDs sehen.
Wo AUMIDs im Produktivbetrieb wirklich wichtig sind
Zu wissen, wie man eine AUMID ermittelt, ist die eine Sache; zu wissen, wo sie in der täglichen Intune-Arbeit auftaucht, macht es erst lohnenswert, sie sich zu merken.
- Toast-Benachrichtigungen und Besitzer-Branding: Eigene Toasts müssen auf eine vorhandene AUMID verweisen, damit das Info-Center die Meldung korrekt zuordnet.
- AppLocker- und WDAC-Adressierung: Regeln für paketierte Apps gleichen den Herausgeber und die Paketfamilie innerhalb der AUMID ab, nicht den Pfad der ausführbaren Datei.
- Angeheftete Startmenü-Layouts über Intune: Das Start-Layout-XML und die JSON-Anheftungsrichtlinie erwarten exakte AUMIDs; ein Tippfehler und die Kachel verschwindet stillschweigend.
- Nachverfolgung von Installationen pro Benutzer: AUMIDs verknüpfen Starts und Absturz-Telemetrie mit dem bereitgestellten Benutzer, was bei Cloud PC und gemeinsam genutzten Geräten wichtig ist.
- Upgrades und Wiederherstellung: AUMIDs können sich nach Feature-Updates oder einer erneuten Store-Bereitstellung ändern. Exportiere sie daher immer erneut von einem frisch aufgesetzten Referenzgerät, bevor du eine Richtlinie ausrollst.
Die AUMID in einer Intune-Kiosk-Zuweisung verwenden
Sobald du den Wert kopiert hast, landet er am häufigsten in einem Kiosk-Profil mit mehreren Apps. Im Intune-Gerätekonfigurationsprofil fügst du jede App hinzu und trägst die AUMID in das Feld für den Anwendungsbezeichner ein; beim Single-App-Kiosk gibst du genau eine AUMID an, und Windows bootet direkt in diese App. Die Faustregel ist einfach: Tippe den Wert niemals von Hand ab. Schon ein einziges fehlendes Zeichen führt dazu, dass das zugewiesene Gerät eine leere Kiosk-Oberfläche zeigt – und weil der Fehler stillschweigend passiert, gehört er zu den zeitraubendsten Problemen bei der Fehlersuche.
Fehlersuche und weiterführende Links
Wenn sich eine App manuell starten lässt, die AUMID aber in der Richtlinie weiterhin fehlschlägt, prüfe, ob du die benutzerbezogene Hive auf demselben Konto ausliest, mit dem die App bereitgestellt wurde, und führe Get-StartApps nach jedem Feature-Update erneut aus. Wenn du viele Geräte verwaltest, leg die exportierten AUMIDs zusammen mit deinen übrigen Deployment-Artefakten ab, damit der nächste Kollege sie wiederverwenden kann. Mit den drei oben gezeigten Methoden erfasst du zuverlässig die AUMID jeder App unter Windows und übergibst sie mit Sicherheit an Intune.
Bleib gesund, Cheers
Jannik